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INTERIM MANAGER UND SPIELER-TRAINER

Im Sport kommt ab und zu ein sog. Spieler-Trainer zum Einsatz. Dabei leitet ein aktiver Spieler – meist vorübergehend – als Trainer sein eigenes Team. Er steht dennoch auch als Teammitglied auf dem Feld bzw. Eis und spielt im Match gegen die gegnerische Mannschaft mit. Zu dieser Situation kommt es sehr häufig, weil sich plötzlich die Rahmenbedingungen verändert haben. Beispielsweise fällt der bisherige Trainer überraschend aus. Dann braucht es unverzüglich eine passende „Interimslösung„. Das was hier im Sport funktioniert, das funktioniert auch in der Wirtschaft unter den Begriffen „Interim Management“ oder „Externer Projektleiter„.

Interim Manager kommen nicht nur zum Sanieren!

Beim Begriff Interim Manager denken leider viele sofort nur an die Sanierung oder die Restrukturierung maroder Unternehmen durch einen „Turnaround-Interim-Manager“. Das ist jedoch nur eine der vielen Einsatzmöglichkeit dieser modernen Management-Form. Ich komme als Interim Manager meist zu Unternehmen, die sehr wohl florieren und ganz andere Beweggründe haben, sich externer Hilfe „auf Abruf“ zu bedienen. Und das zudem mit einem langfristigen Fokus!

Oftmals haben KMUs aufgrund ihrer Größe (z.B. 30-50 Mitarbeiter) gar keinen Marketing- und Vertriebsleiter. Denn dieses Aufgabengebiet hatte bisher meist der oder die Geschäftsführer inne oder wie ich auch schon von Kunden hörte: „Wir brauchten bisher kein Marketing und Vertrieb!“. Doch dann ändern sich plötzlich die Rahmenbedingungen am Markt, wie z.B. am 15. Januar 2015, als der Franken/Euro-Mindestkurs wegviel. Auf einmal reichen die Ressourcen und das Know-how des Geschäftsführers einfach nicht mehr dazu aus, um diese notwendige Zusatzfunktion im Marketing und Vertrieb professionell auszuüben. „Aber, man kann doch nicht immer gleich eine solche Position – für immer und ewig – neu schaffen und mit teueren Leuten besetzen…“ höre ich immer wieder die Geschäftsführer oder Inhaber sagen.

Moderne KMUs verlassen sich in solchen Fällen immer häufiger auf eine neue, ergebnisorientierte Management-Form, auf den sog. „Projekt-Leiter auf Abruf„. In einer langfristigen Partnerschaft unterstützt dieser „externe Mitarbeiter“ die KMU bedarfsgerecht von Zeit zu Zeit mit seinem Know-how, seiner Erfahrung und seiner aktiven Mitarbeit im Unternehmen.

Beispiele für einen Interim Manager

Die gängigsten Beispiele in meinem konkreten Fall sind:

  • die strategische Entwicklung und operative Marktumsetzung eines neuen Geschäftsfeldes,
  • die aktive Neukunden-Gewinnung,
  • Marketing- und Verkaufsleitung „auf Abruf“ für KMUs oder
  • die dringende Überbrückung einer temporären Vakanz (z.B. Führungskraft, Projektleiter).

Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand

Dieser externe Profi, mit dem man ja über Jahre zusammenarbeiten möchte, kennt Ihr Unternehmen und das Umfeld sehr gut und agiert wie ein „eigener“ Mitarbeiter. Die Teammitglieder sind über seinen langfristigen Auftrag informiert und schenken ihm daher Vertrauen. Seine authentische „Hands-on-Mentaltität“ überzeugt nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Kunden zu 100%! Da er nicht nur theoretische Konzepte eines typischen Beraters präsentiert und sich dann wieder verabschiedet, sondern weil er aktiv im Tagesgeschäft mit dem Team an (Kunden-)Projekten und gemeinsamen Zielen mitarbeitet, wird er auch als „Spieler-Trainer“ ernst genommen. Der Interim Manager wird bedarfsgerecht und und somit kostenschonend und höchst flexibel eingesetzt.

Er möchte das Projekt-Ziel als Team erreichen und damit die Teammitglieder und die Geschäftsleitung zufriedenstellen. Dieser „externe Projekt-Leiter auf Abruf“ will ja in Bälde wieder gerufen werden, wenn die nächste Herausforderung ansteht. Ich vergleiche diese Situation gerne mit der Gruppe von (meinen) Freunden auf dem u.a. Gipfel-Foto. Nur unter der Leitung eines professionellen „Spieler-Trainers“ oder „Interim Managers“ konnten wir als Team unser Ziel auf 3.312 m erreichen. Und was nun…? Der nächste Gipfel bzw. das nächste Ziel im Jahr 2017 wartet schon…

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Suchen Sie auch für ein Projekt eine proaktive und begeisterungsfähige Führungskraft als Spieler-Trainer für Ihr Team? Wenn ja, dann lassen Sie uns doch einmal unverbindlich über die Möglichkeiten sprechen.

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VIETNAM – IM OSTEN GEHT WIRKLICH DIE SONNE AUF!

Stark in der Umsetzung: Vietnam

Gerade erst komme ich von sog. Management Audits aus Vietnam zurück. Vor ca. einem halben Jahr haben meine Kollegen von der Swiss Consulting Group (SCG) und ich bei Projekten im Auftrag der Christlichen Ostmission (COM) einige KMUs unter die Lupe genommen und ihnen konkrete Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Was wir in diesen Unternehmen nach nun nicht einmal 6 Monaten vorgefunden haben, das hat mich wirklich erstaunt.

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The early bird catches the worm – oder: Im Westen nichts Neues?

Wir Europäer sollten auf der Hut sein und uns vielleicht auch auch einmal das eine oder andere von den Asiaten abschauen. In Europa sind wir gewohnt, mit dem Finger nach Asien zu zeigen und uns über deren „zweifelhafte Wettbewerbsvorteile“ aufzuregen. Damit verschlafen wir quasi schon den halben Tag! Die Asiaten in Fern-Ost stehen stehen nicht früher auf als wir. Nein, sie müssen keine Komfortzone verlassen, so wie wir hier. Sie wollen sich verbessern. Und das spürte man in diesen Unternehmen ganz stark. Fakt ist, sie wollen nicht nur noch besser werden, sie tun es auch.

Warum diese Firmen sich verbessern wollen? Sehnen sie sich etwa danach, nach Europa zu exportieren und somit uns Arbeitsplätze zu stehlen? Nein, die meisten dieser KMUs haben einen genügend grossen Markt in ihrem beinahe 100 Millionen-Einwohner-Land. Sie möchten sich mit europäischer Best Practice Hilfe in Richtung „Business Excellence“ entwickeln, um sich gegenüber den Wettbewerbern im eigenen Land und aus China abzuheben.

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Erfolg hat 3 Buchstaben: TUN

Was diese Unternehmen innert dieser sehr kurzen Zeit in ihren Betrieben in Richtung Business Excellence umgesetzt haben, das war für mich eine absolute Überraschung. Management-Prozesse wurden installiert und, was für mich das Wichtigste war, das „Leadership-Denken“ des gesamten Managements und die „Kundenorientierung“ im gesamten Betrieb wurden innert kürzester Zeit radikal verändert. In eine positive Richtung. In Richtung Markt, Mitarbeiter und Ergebnisorientierung. Nein, hier wurden keine Steering Committees gegründet, es wurde nicht stundenlang herum diskutiert und selbst-profiliert. Daher musste wohl auch niemand Wochen bzw. Monate auf klare und mutige Entscheidungen des Managements warten. Ja, hier wurde wirklich gehandelt. Womöglich waren die Lösungen in unserem westlichen Verständnis teilweise recht unkonventionell. Vielleicht erreichten diese nur 90 % des Erfüllungsgrades, dafür wurde aber rasch gehandelt! Die wenigsten dieser vietnamesischen KMUs kennen wohl Johann W. von Goethe. Trotzdem agierten sie getreu seinem Motto „Erfolg hat 3 Buchstaben: TUN.“

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